Montag, 9. Juli 2012

Ein Bier vor halb 04

"Kein Bier vor 04"
"04erkette"
"04 Fäuste für ein Halleluja"

Auch solch ein wenig geistreiches Wortspiel hätte in der Adressleiste prangern können. Vorerst bleibt es jedoch bei "halb04" und somit sei auch gleich mein Anliegen offengelegt: Auf dieser noch einsamen Seite möchte ich künftig ein paar Worte über die ach so bunte Fußballwelt verlieren, deren Zentrum noch immer der Samstagnachmittag darstellt. Noch einschlägiger wird dieser Blog, wenn die Frage nach der 0 vor der 4 gestellt wird. Nein, kein Ruhrpottanhänger wird hier rumeiern, sondern ein Rheinländer (nicht halb, sondern vollwertig). Leverkusen ist wahrlich nicht der aufregendste Verein der Bundesligageschichte, doch es gibt auch lebendige Zeiten. Und in diesen möchte ich meinen Verein schriftlich begleiten. Keine Selbstverständlichkeit ist, dass mein Engagement an dieser Seite regelmäßig aufblüht, doch ich nehme es mir vor. Die Hürde, die ich mir selbst schon häufiger in den Weg gelegt habe, ist die Motivation. Ich schreibe unheimlich ungern für die Bedeutungslosigkeit. Offensichtlich habe ich dieses Hindernis an dieser Stelle ein erstes Mal genommen, schließlich steht nun der Blog, an den ich schon längere Zeit gedacht, gedanklich aber kaum bis gar nicht gefeilt habe. Vielleicht schaffe ich es, daraus etwas zu formen, das der absoluten Irrelevanz entkommt.

Wichtig ist meine Meinung wohl kaum, ob sie zumindest etwas qualifiziert ist, mag ich nicht nicht beurteilen. Damit meine Person nicht vollkommen im Dunkeln bleibt, beschreibe ich den Bayer 04 Fan Sebastian in Kurzform: Mindestens zwei Drittel meines aktuell 22 Jahre andauernden Lebens bin ich Jahreskarteninhaber bei meinem rot/weiß/schwarzen Heimatverein. Erzählungen zufolge saß ich auch davor regelmäßig und kostenfrei auf dem Schoß meines Vaters. Angeblich habe ich mich zu dieser Zeit mehr für mein Panini-Sammelheft (deren Sticker mein Vater einkleben musste, sonst wurden sie ja schief) und die Anzahl der Sitzreihen interessiert, jedoch ist doch völlig offensichtlich, dass die fordernden Blicke abseits des Rasens stets Trainer und Wechselbank galten. Bewusst in Erinnerung bleiben mir außerdem herrliche Aufreger über Markus Happe und die Verehrung von Meijer, Beinlich, Emerson und Kameraden. Erst vor kurzem habe ich noch mein Bastürk-Trikot mit der Spielmacher-Zehn im Schrank entdeckt, meine Helden auf dem Platz stehen mittlerweile aber weiter hinten auf dem Platz: Das schwarze Heimtrikot der vergangenen beiden Spielzeiten galt Sami Hyypiä. Mit dem noch unbedruckten Shirt von 2012/13 werde ich schon bald erneut mit der Nummer vier in der örtlichen Soccerhalle und dem nachbarstädtischen Uni-Sportplatz auflaufen, wenn Philipp Wollscheid Hyypiäs Erbe antritt.

Fortan will ich also Lobpreisungen für resolute Verteidiger, Anerkennung für taktisch gut aufgestellte Gegner, Kritik an medialer Berichterstattung und derlei genau hier loswerden. All das mit größtmöglichem Abstand, aber dem Herzen eines Fans. Ob das mal gelingt...

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